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Hartcode erklärt: Warum hartkodierter Code ein Problem ist

Wer sich mit Softwareentwicklung beschäftigt – sei es als Entwickler:in, Produktmanager:in oder Gründer:in – begegnet früher oder später dem Begriff „hartkodiert“. Was zunächst technisch klingt, ist in Wirklichkeit ein typisches Alltagsproblem in vielen Softwareprojekten.

Hartkodierter Code mag auf den ersten Blick unauffällig sein. Tatsächlich aber zählt er zu den größten Stolpersteinen in der Softwareentwicklung. Er macht Projekte schwer wartbar, schlecht skalierbar und teuer in der Weiterentwicklung.

Dieser Beitrag erklärt verständlich, was hartkodierter Code ist, warum er problematisch ist und welche Alternativen es gibt – praxisnah und nachvollziehbar.

Was bedeutet „hartkodiert“?

Der Begriff „hartkodiert“ (engl. hardcoded) bezeichnet Informationen oder Werte, die direkt im Quellcode einer Software eingetragen sind. Das können feste Zahlen, Texte, URLs oder Konfigurationswerte sein, die nicht dynamisch oder extern gesteuert werden.

Beispiel:

// Hartkodiert

const supportEmail = "kontakt@firma.de";

// Besser:

const supportEmail = process.env.SUPPORT_EMAIL;

Hartkodierung wirkt im ersten Moment effizient – schließlich spart man sich zusätzliche Abfragen oder Konfigurationslogik. Doch dieser scheinbare Vorteil wird schnell zum Nachteil, sobald sich etwas ändern muss.

Warum ist hartkodierter Code problematisch?

1. Schwer wartbar

Werte, die im Code selbst festgelegt wurden, lassen sich nur durch Änderung des Quellcodes anpassen. Jede noch so kleine Änderung – etwa eine neue Telefonnummer oder ein anderer Preis – erfordert einen Eingriff in die Software und meist einen neuen Deployment-Prozess.

2. Keine Wiederverwendbarkeit

Hartkodierte Komponenten sind kaum flexibel. Eine Funktion oder ein Modul, das auf fest eingebaute Werte angewiesen ist, kann nicht in anderen Kontexten genutzt werden, ohne den Code erneut zu verändern.

3. Fehleranfälligkeit

Wenn hartkodierte Inhalte mehrfach im Code auftauchen, besteht ein hohes Risiko für Inkonsistenzen. Wird beispielsweise ein Preis in fünf Dateien manuell geändert, ist die Gefahr groß, dass eine Stelle vergessen wird – mit potenziell folgenschweren Auswirkungen.

4. Skalierungsprobleme

In kleinen Projekten mit wenigen Anforderungen fällt Hartcode vielleicht nicht sofort negativ auf. Doch sobald ein Projekt wächst, Inhalte häufiger geändert werden oder mehrere Teams parallel arbeiten, entstehen erhebliche technische Schulden.

5. Keine Trennung von Logik und Daten

Hartcodierter Code vermischt Geschäftslogik mit konkreten Daten. Das widerspricht gängigen Prinzipien wie Separation of Concerns oder Clean Code und macht Software schwerer testbar, wartbar und erweiterbar.

Typische Beispiele für hartkodierten Code

Die folgende Liste zeigt, wie verbreitet Hartcode in der Praxis ist – oft unbeabsichtigt:

  • Fest eingetragene E-Mail-Adressen oder Telefonnummern
  • API-Keys oder Zugangsdaten direkt im Code
  • UI-Texte, die nicht über Übersetzungsdateien oder CMS gepflegt werden
  • Preise, Währungen oder Rabatte als feste Werte
  • Feature-Flags oder Einstellungen wie „darkMode = true“

Wie man hartkodierten Code vermeidet

1. Konfigurationsdateien verwenden

Umgebungsvariablen oder Konfigurationsdateien (.env, .json, .yaml) ermöglichen die Trennung von Code und konfigurierbaren Werten. Das erleichtert sowohl die Wartung als auch die Deployment-Prozesse.

2. Inhalte aus Datenbanken oder CMS laden

Texte, Preise, Medieninhalte und andere dynamische Inhalte sollten nicht im Code liegen, sondern über ein Headless CMS oder eine Datenbank gepflegt werden. So können auch nicht-technische Personen Änderungen vornehmen.

3. Internationalisierung (i18n) und Übersetzungsdateien

Gerade in internationalen Projekten ist es wichtig, Texte über strukturierte Dateien zu verwalten. Dadurch werden alle Inhalte zentral gepflegt und die Codebasis bleibt sauber.

4. Feature-Toggles dynamisch steuern

Statt Funktionen direkt im Code zu aktivieren oder deaktivieren, empfiehlt sich der Einsatz von Feature-Toggle-Systemen oder Remote Config Tools. Damit lassen sich Funktionen steuern, ohne neue Deployments durchzuführen.

Wann Hartcode ausnahmsweise akzeptabel ist

In bestimmten Situationen kann hartkodierter Code toleriert werden – vorausgesetzt, die Risiken sind bekannt und überschaubar:

  • Bei kleinen Scripts oder Einmal-Projekten
  • Für interne Tools ohne große Änderungsdynamik
  • In frühen Prototypen, bei denen Geschwindigkeit wichtiger ist als langfristige Wartbarkeit
  • Beim gezielten Einsatz für Debugging oder Testing

Trotzdem sollte der Hartcode später refaktoriert werden, wenn das Projekt wächst oder produktiv genutzt wird.

Fazit: Hartcode ist ein verstecktes Risiko

Was auf den ersten Blick nach einer pragmatischen Lösung aussieht, ist in der Realität oft der Beginn einer komplexen Kette technischer Probleme. Hartcodierter Code macht Software unnötig starr, teuer in der Pflege und fehleranfällig.

Wer sauberen, wartbaren und skalierbaren Code entwickeln will, sollte Hartcode konsequent vermeiden. Das gilt besonders für Startups und Unternehmen, die auf digitale Produkte setzen, die sich schnell weiterentwickeln und flexibel anpassen lassen sollen.

Bei KNGURU setzen wir in all unseren App- und Webprojekten auf klare Code-Architektur, modulare Strukturen und saubere Trennung von Logik und Konfiguration.

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